Aktuelles

Neuigkeiten aus dem IFAS

Informationswebseite im Projekt „Mythen zur Patientenverfügung“ ist nun online!

Auf der Webseite www.vorausverfügt.de können Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen und Privatpersonen zukünftig ihr Wissen über Vorsorgedokumente testen und erweitern. Neben interaktiven Lernmodulen, die die rechtlichen Grundlagen und formalen Anforderungen an die drei wichtigsten Dokumente zur Wahrung der Patientenautonomie vermitteln, werden auf der Website ab Herbst/Winter 2022 auch Module bereitgestellt, in welchen die Besucherinnen und Besucher mit Hilfe videobasierter Fallbeispiele tiefer in die Beurteilung und Anwendung von Patientenverfügung und Co. einsteigen können. Bürgerinnen und Bürger sollen so mit Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen vertraut gemacht und für deren Relevanz sensibilisiert werden. Health Professionals, die (un)regelmäßig mit dem Thema in Berührung kommen, soll zudem ein souveräner Umgang mit den genannten Dokumenten ermöglicht werden.

Vorausgegangen sind der Webseite projekteigene Umfragen, in welchen sich erhebliche Wissensdefizite zum Thema zeigen. Neben falschen Vorstellungen über die Rechte von Angehörigen und die Verantwortung von nicht-ärztlichem Personal bei eindeutig verfügtem Patientenwillen, mangelt es unter Laien und Gesundheitsfachkräften auch an Wissen über die Aufgaben des Betreuungsgerichts oder die Rolle von Notarinnen und Notaren im Umgang mit Vorsorgedokumenten.

Interessierte Privatpersonen und Gesundheitsfachkräfte können sich bereits heute auf der Website für den Newsletter anmelden, der über den anstehenden Launch der Lernmodule informiert.

Netzwerktreffen des BayWISS Verbundkollegs Gesundheit

© BayWISS VK Gesundheit, Fotograf: Peter Kolb

Am Freitag, den 15.07.2022 fand das 5. jährliche Netzwerktreffen des BayWISS Verbundkollegs Gesundheit in München statt. Vertreten wurde die FHWS vor Ort von unserer Promovierenden Luisa Falkenstörfer:

„Die Veranstaltung hat viel Spaß gemacht. Ich bin erst neu dem Verbundkolleg beigetreten und konnte am Freitag schon viele neue Leute kennen lernen und Kontakte knüpfen. Jetzt freue ich mich darauf, was alles in Zukunft noch kommen wird.“

Nach einer kurzen Begrüßung stellten zwei Promovierende den aktuellen Stand ihrer Promotionsprojekte vor. Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Eva Grill (LMU München), Prof. Dr. Cornelia Mahler (Universität Tübingen), Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali (OTH Regensburg) und Dr. Rolf-Dieter Jungk (Amtschef, Bayrisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst) statt. Die Veranstaltung wurde mit einer Poster-Ausstellung, angeregtem Austausch und gutem Essen abgeschlossen. Einen ausführlichen Bericht zum Treffen finden Sie hier.

Aktuell sind drei Promovierende der FHWS über ihre Verbundpromotion am BayWISS-Kolleg Gesundheit angegliedert. Insgesamt sind es sogar 14 Promovierende der FHWS, die einem der unterschiedlichen Bereiche von BayWISS angehören. Weiterhin hat das BayWISS Verbundkolleg Gesundheit dieses Jahr neuen Zuwachs aus Würzburg bekommen. Auch die Julius-Maximilians-Universität ist dem Kolleg beigetreten.

Keynote und Projektvorstellung auf der EABA Konferenz in Finnland

Prof. Dr. Christoph Bördlein und Carolin Gläser nahmen an der “10th Conference of the European Association for Behaviour Analysis” vom 15. bis 18 Juni in Tampere (Finnland) teil. Christoph Bördlein, Professor für Allgemeine und Klinische Psychologie sowie verhaltensorientierte Handlungslehre, eröffnete die Konferenz als Keynote Speaker zum Thema „Behavioral safety in unusual settings“. Behavior Based Safety (BBS), also verhaltensorientierte Arbeitssicherheit, gilt als die am besten untersuchte und wirksamste Methode, um arbeitssicheres Verhalten zu stärken und wird bisher vor allem in großen Industriefirmen eingesetzt. Viele Arbeiternehmer:innen sind jedoch in kleineren Betrieben beschäftigt. Da die Prinzipien von BBS wie die Definition sicherer Verhaltensweisen, Verhaltensbeobachtungen und positive Verstärkung auf allgemeingültigen verhaltensanalytischen Theorien basieren, sollten sie grundsätzlich auch für kleinere Firmen nutzbar sein. Christoph Bördlein zeigte dies anhand empirischer Beispiele seiner eigenen Forschung auf: So konnte BBS in einem Frisörsalon, bei Zahnarztassistent:innen und in einer Rettungswache erfolgreich umgesetzt werden.

Carolin Gläser, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut, stellte im Rahmen der Konferenz ein wissenschaftliches Poster vor. „Behavior Based Safety for Firefighters in Germany and Japan“ präsentierte den Status quo eines gemeinsamen Forschungsvorhabens des Forschungsschwerpunktes BBS der FAS mit japanischen Wissenschaftlern, das den gefährlichen Beruf von Feuerwehrleuten in Deutschland und Japan sicherer machen soll. Durch den Ländervergleich kann herausgearbeitet werden, wie BBS international funktioniert und welche Anpassungen eventuell vorgenommen werden müssen. Während in Japan Feuerwehrleute beispielsweise auch bei Erdbeben im Einsatz sind, bekämpft die Feuerwehr in Deutschland hauptsächlich Brände und leistet technische Hilfe.

Für die Originalarbeit „Patientenverfügungen von Bewohnenden in Pflegeeinrichtungen – welche Behandlungssituationen und Behandlungsmaßnahmen werden vorausverfügt?“ erhielten Malte Klemmt, Prof. Dr. Silke Neuderth, Prof. Dr. Birgitt van Ooschot und Prof. Dr. Tanja Henking den diesjährigen „DMW Walter Siegenthaler Preis“. Die Auszeichnung wurde am 2. Mai 2022 im Rahmen des 128. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) verliehen.

In der Studie, die im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Autonomie im Gesundheitswesen (AuGe)“ entstanden ist, sind Daten aus 13 stationären Pflegeeinrichtungen bzw. von 832 Bewohnenden in Stadt und Landkreis Würzburg eingeflossen. Es konnten über 900 Vorsorgedokumente, davon 265 Patientenverfügungen erfasst und analysiert werden.

Die Ergebnisse der Studie sind frei verfügbar unter: https://doi.org/10.1055/a-1576-6894

Projektvorstellung im Ethiknetz Mainfranken

Unsere Wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Carolin Fleischmann stellte am 08.11.2021 im Rahmen eines virtuellen Treffens des Ethiknetzes Mainfranken den aktuellen Arbeitsstand des Projekts „Mythen zur Patientenverfügung“ vor. 26 Interessierte schalteten sich in die virtuelle Runde. Das Projekt zielt im ersten Schritt darauf ab, den Kenntnisstand von einerseits Health Professionals (diverse AkteurInnen im Gesundheitswesen) und andererseits BürgerInnen zu Vorsorgedokumenten (Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung) zu erfassen. Basierend auf dieser Auswertung werden Informations- und Fortbildungskonzepte für beide Zielgruppen entwickelt und im Anschluss evaluiert werden. In dem Vortrag ging Frau Fleischmann neben der Projektidee, den Arbeitsschritten und Fragestellungen auch auf die Konzeption der Erhebungsinstrumente und auf die ersten Ergebnisse der Auswertung ein. In der anschließenden Diskussion kamen fachliche Rückmeldungen zu einzelnen Fragen im Fragebogen auf sowie Vorschläge zur Ansprache der Bürgerinnen und Bürger innerhalb der digitalen Informationskonzepte.

Fünf neue Forschungsprojekte am IFAS

Fünf neue Forschungsprojekte starten am Institut für angewandte Sozialwissenschaften (IFAS). Die Mittel für die Besetzung der Stellen für wissenschaftliche Mitarbeitende wurden durch Mittel aus der High-Tech Agenda Bayern möglich.  

Prof. Dr. Dagmar Unz erforscht gemeinsam mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Eva-Maria Weiß in dem Projekt „ReSy“ das Potential von Virtual Reality zur Reduktion von Stigmata gegenüber Menschen mit psychischer Erkrankung. Dafür werden zwei virtuelle Umgebungen konzipiert, die zum einen Symptome psychischer Erkrankungen erlebbar machen und zum anderen indirekten Kontakt vermitteln.

Das Projekt „DigiPsy“ von Prof. Dr. Tanja Henking und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Andrea Weber setzt sich mit digitalen und KI-basierten Anwendungen im Bereich der psychiatrischen Versorgung auseinander. Neben empirischen Fragenstellungen mit starker Nutzendenbeteiligung, soll ein normativer Rahmen, der ethische und rechtliche Aspekte einer digitalen Versorgung von Menschen mit psychischer Erkrankung beleuchtet, sowie Handlungsempfehlungen erarbeitet werden.

Beide Projekte haben ihre Arbeit bereits aufgenommen. In Kürze starten die folgenden Projekte:

Das Projekt „Autonomie digital“ von Prof. Dr. Silke Neuderth hat die Identifikation von Autonomiebedürfnissen sowie autonomieförderlichen und -gefährdenden Aspekten im Zusammenhang mit digitalen Tools bei drei unterschiedlichen „prototypischen“ Zielgruppen chronisch kranker Menschen (Menschen mit Rückenschmerz, Menschen mit psychischer Erkrankung und Menschen mit Amyloidose) zum Ziel. Ermittelt werden soll wie Autonomie durch digitale Tools gewahrt bzw. gefördert werden kann.

Im HTA-Projekt "HIGH-M" von Prof. Dr. Thomas Wosch wird von 2021 bis 2023 an der Erkennung von Mustern musikalischer Interaktion im Kontext musiktherapeutischer Diagnostik und Musikhochschul-Improvisationsdidaktik gearbeitet. Das geschieht in Kooperation mit dem KI-Lehrstuhl für künstlerische Kreativität und musikalische Interaktion der Hochschule für Musik Nürnberg sowie mit dem Cambridge Institute for Music Therapy Research und dem Centre of Excellence der Universität Jyväskylä.

Im Projekt „Förderung arbeitssicheren Verhaltens bei Feuerwehrleuten in Deutschland und Japan“ von Prof. Dr. Christoph Bördlein sollen die Methoden der verhaltensorientierten Arbeitssicherheit (Behavior Based Safety, BBS) auf die Arbeitssituation von Feuerwehrleuten übertragen werden. Dazu werden sichere Verhaltensweisen von Feuerwehrleuten definiert und beobachtet. Eine Verhaltensänderung wird durch Feedback, das Setzen von verhaltensspezifischen Zielen sowie Methoden der positiven Verstärkung angestrebt. 

Wörterbuch Soziale Arbeit in neuer Auflage erschienen

Das Wörterbuch Soziale Arbeit erschien im Beltz Juventa Verlag in neuer Auflage und in neuer Herausgeberschaft. Prof. Dr. Theresia Wintergerst, Angehörige der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der FHWS und Mitwirkende im Center Wissenschaft Soziale Arbeit des IFAS ist Mitglied des neuen fünfköpfigen Herausgeberteams. Über 250 Autorinnen und Autoren haben am Wörterbuch mitgeschrieben. Die ersten acht Ausgaben wurden von Dieter Kreft und Ingrid Mielenz herausgegeben. Diese prägten die Ausrichtung des Wörterbuchs, das sich in der Länge der Artikel zwischen einem Lexikon und einem Handbuch ansiedelt. Das Wörterbuch soll auch das fachliche Wissen in jenen Feldern zur Geltung bringen, in denen die sie beschäftigenden Problemlagen entstehen und verursacht werden. Es bietet eine qualifizierte Erstinformation zu den für die Soziale Arbeit relevanten Themen. Dabei ist es darauf ausgerichtet neben den Handlungsfeldern, den Konzepten und Methoden auch über den rechtlichen Handlungsrahmen und die für das Handeln wichtigen Strukturen zu informieren. Zielsetzung ist es, alle Bereiche und Felder zu berücksichtigen. Dementsprechend bilden Begriffe aus der Sozialen Arbeit in Praxis und Theorie, Lehre und Forschung die Mitte des Wörterbuchs. 

Weitere Informationen und Bestellung auf der Website der Verlagsgruppe Beltz

Umfrage zu Patientenverfügung

Aktuell wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Forschungsprojekts „Mythen zur Patientenverfügung“ eine Umfrage zum Thema Vorsorgedokumente (Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung) durchgeführt. Sie richtet sich an alle volljährigen Bürgerinnen und Bürger von Stadt und Landkreis Würzburg und dauert ca. 20 Minuten. Das Projekt läuft insgesamt bis 2023 und verfolgt das Ziel, auf Basis der Befragung gezielte Informationskonzepte zum Thema Vorsorgedokumente entwickeln. Die Fragen beziehen sich auf den Umgang mit und das Wissen zu Vorsorgedokumenten. Am Ende eines kleinen Wissenstests erfährt jede/r Teilnehmer/in sein persönliches Ergebnis!

Welche Idee steckt hinter dem Projekt? Mangelhaftes Wissen sowie falsche Vorstellungen über Vorsorgedokumente führen dazu, dass deren Potenzial nicht ausgeschöpft wird. Das wiederum bedeutet, dass dem Willen von Patientinnen und Patienten in besonders vulnerablen Lebensphasen nicht Folge geleistet werden kann. Es geht im Grunde um zutiefst menschliche Themen wie die Wahrung der Autonomie und Würde eines jeden Einzelnen.

Hier geht’s zur Umfrage: https://unipark.de/uc/mythen/

 

Projekt AttiMa stellt sich bei Eröffnung des DAAD Regionalbüros Amman (Jordanien) vor

E-Poster zum laufenden Forschungsprojekt „Mythen zur Patientenverfügung“ wird mit zweitem Platz auf den Wissenschaftlichen Arbeitstagen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ausgezeichnet.

Auf den Wissenschaftlichen Arbeitstagen (WTA) der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, die am 12. und 13. März 2021 komplett digital ausgerichtet wurden, konnte unsere Wissenschaftliche Mitarbeiterin Carolin Fleischmann mit ihrem ePoster zum laufenden Forschungsprojekt „Mythen zur Patientenverfügung“ die Gutachterinnen und Gutachter überzeugen und erhielt in der Verleihung der Posterpreise den 2. Platz. In ihrem Vortrag erläuterte sie den Hintergrund der Projektidee, das methodische Vorgehen und den Ausblick auf die zu erwartenden Ergebnisse der Befragung der Health Care Professionals, die sich aktuell in der Feldphase befindet. An den Vortrag schloss sich eine interessante Diskussion an, moderiert durch zwei Expertinnen auf dem Gebiet der Palliativforschung: Prof. Dr. Claudia Bausewein und Prof. Dr. Henrikje Stanze. Besonderes Augenmerk bei der Begutachtung der Poster wurde auf die Forschungsqualität, den inhaltlichen Aufbau und die graphische Gestaltung gelegt. Ziel der WAT ist die Vernetzung, Bildung und Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Palliativmedizin. 

Veranstaltungen

Termine in SoSe 2022: 27.04.2022, 18.05.2022 

Bis auf Weiteres findet das IFAS-Kolloquium per Zoom statt (der Link wird Ihnen auf Anfrage gerne zugesendet).

Im Rahmen des von der VW-Stiftung geförderten Projekts SMART findet am 21.05.21 um 18.00h eine Diskussionsveranstaltung auf der diesjährigen digitalen re:publica statt. Gemeinsam reisen wir in eine mögliche Zukunft, in der Künstliche Intelligenz bei der Prüfung der Einwilligungsfähigkeit von Patient*innen eingesetzt wird. Wir diskutieren verschiedene Perspektiven, Zusammenhänge und Folgen mit interessierten Personen und Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Projekthomepage sowie auf der Veranstaltungsseite der re:publica.

Im Rahmen des von der VW-Stiftung geförderten Projekts SMART (Saving Autonomy: Assessing Patients' Capacity to Consent using Artificial Intelligence) fand am 29. und 30.03.21 ein zweitägiger Workshop statt. Expert*innen aus den Fachbereichen Philosophie, Recht, Medizin, Soziologie, Informatik, Psychologie und Politikwissenschaft diskutierten mit uns über den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit von Patient*innen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.